EIN GUT VON WELT

► Festival-Finale unterm Vollmond (19. August 2016)

Artikel in "Lübecker Nachrichten"

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► Ein Gutsdorf im Wandel (7. September 2015)

Artikel in "Kieler Nachrichten"

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► "Der Adel öffnet Türen" (10. Mai 2015)

Artikel in "Welt am Sonntag"

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► Mit einem Gut in die Zukunft (Februar 2015)

erschienen in Nord Wirtschaft im Februar 2015

► Himmlisch: 3640 Euro für die "Muschel" (Dezember 2014)

erschienen in Segeberger Nachrichten am 19. Dezember 2014

► Lichterglanz zwischen Adventsdeko und Zimtsternen (November 2014)

erschienen in Lübecker Nachrichten am 22. November 2014

► Nette Gespräche sind wichtiger als Umsatz (November 2014)

erschienen in Segeberger Nachrichten am 22. November 2014

► Brahms un Mendelssohn hebbt ok Platt snackt (12. August 2014)

Artikel in "Segeberger Zeitung"

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► Erst das Picknick, dann die Musik (9. August 2014)

(Lübecker Nachrichten, 9. August 2014)

Das SHMF-Musikfest Pronstorf überbrückt auf unterhaltsame Art scheinbare Gegensätze. Eine Betrachtung.

Pronstorf -„Moin tosamen“, begrüßt der Moderator Yared Dibaba das Publikum. Auf dem Heuboden des Pronstorfer Kuhstalls kommt an diesem Nachmittag tatsächlich vieles zusammen: die urbane Eleganz von Felix Mendelssohn und die rustikale Balkenkonstruktion, die ausdrucksvolle Geigenkantilene und der Regenschauer, der aufs Dach prasselt, der kosmopolitische Konzertbetrieb und — zum ersten Mal — ein plattdeutscher Moderator. So, wie es ist, wenn Dinge aus dem alten Zusammenhang gerissen und in einen neuen hineingestellt werden. So, wie es sein soll bei einem Musikfest auf dem Lande.

Bevor das Musikfest Pronstorf beginnt, stärken sich (v. l.) Reni Christians, Gudrun Horney, Ilse Veddermann, Helga Krohn, Ingrid Lahann und Thea Overbeck aus Jübek vor dem Torhaus. Das Rockfestival in ihrem Heimatort wurde wegen schlechten Wetters gestern abgebrochen. Das letzte Musikfest des diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festivals aber verlief reibungslos.  © Maxwitat

In Wahrheit ist der Kuhstall schon lange kein Kuhstall mehr. Zuletzt züchtete Hans-Caspar Graf zu Rantzau (53) hier Schweine. Damit war 1998 Schluss. Als Kind wuchs Graf Rantzau auf dem Gut auf und lernte von den Arbeitern Plattdeutsch. Dort, wo jetzt die Musik spielt, tobte er im Heu. Er zeigt auf die südöstliche Wand des alten Stallhauses: „Da sind wir von oben ins Stroh gesprungen.“ Vor zwölf Jahren trat er an die Organisatoren des Schleswig-Holstein Musik Festivals heran. Er erinnert sich: „Wir führten die Leute vom Festival auf den Boden. Da grinsten die mitleidig und sagten: Ja, wenn Sie das wirklich machen wollen. . .“ 2004 begannen die Konzerte. Das Gut Pronstorf ist seitdem mit den Musikfesten und mit einzelnen Konzerten fester Bestandteil des Festivals.

Der alte Boden eignet sich gut als Konzertsaal, und wenn Ole Deissner (32) aus Hamburg das sagt, dann hat es Gewicht. Er ist Tontechniker und hat die Aufgabe, den Klang der klassischen Musik so zu verstärken, dass die Zuhörer es gar nicht merken. „Stützmikrofonierung“ heißt das System, mit dem er den Pegel der Musik behutsam so anhebt, dass sie überall im langen Saal gut zu hören ist. Schwierig, sagt er, sei das hier nicht.

Für viele Besucher beginnt das Fest schon lange vor dem Konzert. Am Morgen sind die sechs Damen vom Kegelverein in Jübek losgefahren, ausgestattet mit Brot, Käse, Obst, Oliven, Lachsröllchen, Süßigkeiten, Getränken und Optimismus. Anderthalb Stunden vor Konzertbeginn kamen sie auf dem Gut Pronstorf an und breiteten die Picknickdecke aus. Da hatte der Regen gerade aufgehört. In Jübek sollte gleichzeitig das jährliche Rockfestival weitergehen. Ilse Veddermann (79) gehörte in den 80er Jahren zu seinen Gründern. Wen haben sie dort nicht alles gehört, Ilse Veddermann zählt auf: Joe Cocker, Status Quo, Udo Lindenberg. . . Aber jetzt zieht es sie und ihre Freundinnen vom Kegelverein, wie jedes Jahr einmal, zum Schleswig-Holstein Musik Festival. Eine gute Entscheidung, wie sich am Nachmittag herausstellt: Das Jübek Open Air wurde abgebrochen. In Pronstorf läuft alles nach Plan.

Das Festival, und die Musikfeste allemal, zieht ein anderes Publikum an als der Konzertbetrieb in den Städten. Auch die Musiker schätzen das. „Man kann einfach spielen und den Leuten die klassische Musik zeigen, und sie freuen sich“, schwärmt Muriel Razavi, die Bratscherin des jungen Goethe Quartetts nach dem Auftritt, der den ersten Teil des Konzerts bildete — mit einem langsamen Satz von Alban Berg, einem Streichquartett von Felix Mendelssohn — und, als publikumswirksame Zugabe, die Rock-Hymne „We are the Champions“. Nach ihnen spielen Sara Kim (Bratsche) und Martin Klett (Klavier) ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Bach, Schumann und Brahms, wofür das Publikum sie feiert. Doch auch der letzte Teil des Nachmittagsprogramms kommt gut an: rumänischer Fado, eine Erfindung des Trios Zmei Trei, dessen Sängerin Paula Turcas die Zuhörer mit ungebremster Leidenschaft konfrontiert.

Graf Rantzau sitzt in der ersten Reihe auf seinem reservierten Platz und freut sich. Diesmal ganz besonders, weil der Moderator Yared Dibaba zum ersten Mal auf Platt durchs Programm führt. Der macht das souverän, locker und humorvoll. Bei der Ankündigung der Kinder-Musikwerkstatt, die während des Konzerts läuft, scherzt er, auf seine Hautfarbe anspielend:

„So is dat hier: De Schwatte schnackt Platt, und de Witten maakt Rap.“ So, wie es eben ist auf einem Musikfest, wo neue Zusammenhänge entstehen.

Hanno Kabel

► Ein Goethe mit der Stimme von De Niro (21. Juli 2014)

(Lübecker Nachrichten, 21. Juli 2014)

Schauspieler Christian Brückner und das Fauré-Quartett gestalteten einen denkwürdigen Mendelssohn-Abend.

Pronstorf -Samtig weich, ein wenig rau, auf jeden Fall markant — so ist sie, die Stimme von Schauspieler und Synchronsprecher Christian Brückner, vielen als „Die Stimme" vor allem von Robert De Niro bekannt. Nun war diese Stimme im Rahmen des Schleswig-Holsteins Musik Festivals im Pronstorfer Kuhstall zu hören: Gemeinsam mit dem Fauré Quartett gestaltete Brückner den Besuchern einen unvergesslichen Abend.

SHMF auf Gut Pronstorf
Christian Brückner (3. v. l.) und das Fauré Quartett schufen einen unvergesslichen Abend (v. l.): Konstantin Heidrich (Cello), Dirk Mommertz (Klavier), Erika Geldsetzer (Geige) und Sascha Främbling (Bratsche).  © sd

Klavierquartette des jungen Felix Mendelssohn standen auf dem Programm, deshalb hatte Sascha Frömbling, Bratschist des Fauré Quartetts, Texte über den Werdegang des jungen Musikers zusammengestellt, die Christian Brückner rezitierte. So erfuhren die Zuhörer etwas über den denkwürdigen Besuch des zwölfjährigen Felix bei Johann Wolfgang von Goethe in Weimar. Durch kleine Nuancen in der Stimme macht Brückner das Treffen des Wunderknaben mit dem großen deutschen Dichterfürsten lebendig. Auf der einen Seite die kindliche Sorglosigkeit Felix‘, der auf Wunsch von seinem Musiklehrer Carl Friedrich Zelter und Goethe Werke von Bach und Mozart spielte und sich nicht scheute, die unleserliche handgeschriebene Partitur Beethovens auf dem Klavier umzusetzen. Auf der anderen Seite die anspruchsvollen Erwachsenen, die den kleinen Felix testen und für gut befinden. Leger in schwarz gekleidet, unaufdringlich und sparsam in Mimik und Gestik schuf Brückner lebendige Bilder, die die Zuhörer gefangen nahmen und das Gefühl vermittelten, dem Treffen von Felix und Goethe beizuwohnen. Auch wenn manch ein Besucher mit geschlossenen Augen das Gefühl hatte, Robert De Niro sprechen zu hören.

Lebendig, leicht und locker spielte das Fauré Quartett die Klavierquartette Nummer 2 f-Moll und Nummer 3 h-Moll. Dirk Mommertz (Klavier), Erika Geldsetzer (Geige), Sascha Frömbling (Bratsche) und Konstantin Heidrich (Cello) überzeugten durch Homogenität und Klangfarbenvielfalt. Sie verbanden virtuose Leidenschaft und brillanten Charakterwechsel miteinander; von leicht und verspielt bis traurig, fast ein wenig wehmütig bis hin zu ausgelassen und fröhlich reichten die Ausdrucksformen der Instrumente.

So hatte nicht nur Goethe im Scherzo des ihm gewidmeten Klavierquartetts Nummer 3 h-Moll die tanzenden Hexen auf dem Blocksberg vor Augen, sondern auch die Zuhörer hatten sie. Und auch Brückner genoss sichtlich die Musik. Mal wiegte er den Kopf im Takt, mal blickte er versonnen in die Ferne.

Silvie Domann

► Das Gutshaus wurde nicht nur zum Wohnen gebaut (Dezember 2013)

Artikel in "Segeberger Zeitung"

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► Estland präsentiert sich in Pronstorf (31. Juli 2013)

An diesem Wochenende findet das letzte der "Musikfeste auf dem Lande" des Festivals statt.
(Lübecker Nachrichten, 31. Juli  2013)

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► Zwei Künstler zeigen ihre "Kontraste"-Arbeiten (27. Juli 2013)

Schon vor Beginn des Konzerts unter dem Motto "bewegend baltisch" im Rahmen des Schleswig-Holstein Festivals erschienen zahlreiche Gäste auf Gut Pronstorf zur Vernissage.

(Die Welt, 27. Juli  2013)

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► Das Model und der Art-Direktor: Kontraste zum SHMF (21. Juli 2013)

Das Schleswig-Holstein Musik-Festival (SHMF) hat nicht nur Ohrenschmaus zu bieten, sondern auch etwas für die Augen: Kontraste heißt die Ausstellung (bis zum 15. August) der Hamburger Künstler Bettina Hagen und Michael Hochberg.

(Lübecker Nachrichten, 21. Juli  2013)

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► Historischer Landgang über das Gut Pronstorf (25. Mai 2013)

(Lübecker Nachrichten, 25. Mai 2013)

Heute und morgen bunter Markt und Fechtszenen
aus der Zeit der napoleonischen Krieg.

Pronstorf - Früher waren es die Matrosen, die nach Wochen auf hoher See dem "Landgang" entgegenfieberten. In Pronstorf hofft Gutsherr Hans-Caspar Graf zu Rantzau auf viele "Landratten", die einen Spaziergang auf dem Land mit einem Besuch des Gutes verbinden und dabei in eine Welt eintauchen, in der Bänkelsänger auf den Straßen Musik gemacht haben, als die Mode nur lange Kleider für das weibliche Geschlecht erlaubte und sich die Soldaten bei Leipzig in die Schlacht warfen, um Napoleon zu besiegen.

Pronstorfer Landgang 2013"Den Schlachtplan habe ich entworfen", verkündet ein Mann in edlem Zwirn. Sein Name: Johann Joseph Wenzel Anton Franz Karl GrafRadetzkyvon Radetz. Gemeinsam mit seiner Frau Franziska-Romana wandelt er über das Gut. Im wahren Leben heißt er nicht Graf Radetzky, sondern Professor Helmut Grieser und ist Historiker an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Die Besucher möchte er in der Zeit vor 200 Jahren zurückführen. Wie es damals war, zeigt er heute um 13 und 16 Uhr: "Mit meinen Studenten werden wir Fechtszenen aus der Zeit der napoleonischen Kriege zeigen", so Grieser.

Für die passende Bänkelsängermusik sorgt derweil Christoph Peters mit seiner Kapelle "Mit voller Spielmannswucht". "Ihn kenne ich seit meiner Ausbildungszeit in Rixdorf", erzählt Graf Rantzau, der ein buntes Programm rund um Pferde zusammengestellt hat. Kaltblüter werden dabei ebenso vertreten sein wie Reiter in historischen Kostümen. Auch Lektionen im Damensattel werden gezeigt. Auf die Spuren von Dschingis Khan können sich die Besucher ebenfalls begeben und das Reiten durch Feuer und Wasser beobachten oder die pure Pferde-Leidenschaft der Kosaken erleben." Alle Programmpunkte dauern zwischen zehn und 20 Minuten. Das ist genau richtig", ist Graf Rantzau überzeugt.

50 Aussteller zeigen auf dem Außengelände und im "Kuhstall" Schönes für Haus und Garten. Modisches für Ross und Reiter wird dort ebenso zu finden sein wie Honig aus Deutschland, Bergkäse aus Österreich, Wein und Delikatessen aus Spanien, Italien und Frankreich, Kekse für Hunde und Katzen, Lederarbeiten, Spitzen-Tischwäsche, Porzellan, Schuhe aus Spanien, Hüte und Gehröcke, Antiquitäten, Holzarbeiten, Modeschmuck oder Goldschmiedearbeiten.

Im alten Pferdestall sorgt die Gutsgastronomie für Köstlichkeiten. Hier und unter freiem Himmel können es sich die Besucher schmecken lassen. Landrätin Jutta Hartwieg gefiel, was sie sah: "Dieser Ort ist so natürlich und überwältigend."

Die Messe "Landgang" ist heute und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Programm wird von 12 bis 17 Uhr gezeigt. Der Eintritt kostet für Personen ab 16 Jahren acht Euro.

► Auf Gut Pronstorf herrscht Graf Dracula (7. Februar 2013)

Das Hamburger Thalia-Theater und die Metropolregion starten am 28. Februar die Reihe „Kulturlandschaften“.

(Lübecker Nachrichten, 7. Februar 2013)

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► Gut gepflegt (Mai/Juni 2012)

Reportage in "Landgang"

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► Historische Güter in heutiger Zeit: Gut Pronstorf (April 2012)

(Bauernblatt, 7. April 2012)

Landwirtschaft und Schönheit wieder versöhnt

Pronstorf ist ein Schmuckstück im Segeberger Land: die alte Kirche, das kleine Dorf, das Gut mit seinen Festivitäten und neuerdings mit einem stilvollen Hotel. Das war nicht immer so. Fast ein Jahrhundert lang beherrschten praktische landwirtschaftliche Gesichtspunkte den Platz so sehr, dass die Schönheit weichen musste. Dass sie wieder zurückgekehrt ist, ist der Familie von Hans-Caspar Graf zu Rantzau zu verdanken.

Der Frage der Fenster im Torhaus widmet Hans-Caspar Graf zu Rantzau große Sorgfalt. Das historische Bild soll erhalten, teilweise sogar erst wiederhergestellt werden, zugleich verlangen die Veranstaltungsräume im Erdgeschoss genügend Licht sowie den Blick nach draußen. Der war vorher keineswegs gegeben, denn dort lag ursprünglich der Pferde- und später bis 1984 der Schweinestall. Tiere brauchten nach früherem Verständnis keinen Panoramablick – deshalb die halbkreisförmigen, hoch gelegenen Fenster im Südflügel. Die sollen nun nach unten verlängert werden, aber nicht alle zehn. In welchem Rhythmus über die Wand verteilt – im Dreiviertel- oder Sechsachteltakt –, darüber wird noch gebrütet. Im Nordflügel, früher eine Maschinenhalle, wurde das Werk schon im vergangenen Herbst vollendet. Dort wurden Zwillingsfenster in einzelne umgewandelt und nach unten verlängert.


Glanzvoller Abschluss

Mit dem Torhaus-Hotel wird die touristische Schiene auf Gut Pronstorf glanzvoll abgerundet. Diese hat Vater Christian Graf zu Rantzau (2002 verstorben) um 1990 zu entwickeln begonnen, seit zehn Jahren wird sie mit großer Vehemenz verfolgt. Schon 1990 öffnete der erste Weihnachtsmarkt seine Pforten, seit 2005 ist das Schleswig-Holstein-Musikfestival mit dem Musikfest auf dem Lande zu Gast, dieses Jahr zum ersten Mal mit dem Kindermusikfest am 18./19. August. Und an Christi Himmelfahrt findet zum dritten Mal das Traditionsgespannfahren statt.
1996 übernahm Hans-Caspar den Betrieb und setzte die von seinem Vater eingeschlagene Richtung fort. 2007 wurde die Landwirtschaft aus dem historischen Teil ausgelagert und das Areal um den Hof für den Publikumsverkehr stilgerecht attraktiv gemacht. Kaum zu glauben: Der Hof, wo jetzt im Dezember Weihnachtsmarktbesucher bummeln und im Sommer beim Musikfest die Gäste picknicken, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vollgebaut mit Scheunen und Hallen, „man konnte vom Herrenhaus das Torhaus nicht mehr sehen“. So gab es unter anderem einen Trakt mit zwölf Garagen. „Man dachte, jeder Trecker braucht seine eigene Garage, wenig später passten sie schon nicht mehr rein.“ Der Hof selbst war asphaltiert. Solches Szenario umgab noch die ersten Weihnachtsmärkte – heutzutage undenkbar.


Wie ein neuer Betrieb

All diese Zweckbauten, von denen auch einige als Anbauten das Torhaus verunschönten, wurden rigoros abgerissen, der Hof mit Rasen eingesät und die Wege mit Steinen gepflastert. Aus dem Torhaus wurden alle landwirtschaftlichen Funktionen verlagert zu dem neuen Platz an der Straße nach Westerrade. 5.000 t Getreide hatte das Torhaus gefasst – die lagern jetzt in gleicher Dimension in den fünf Silos – viermal 1.000 t, zweimal 500 t. Dort wurde die Feldscheune mit einem Schleppdach erweitert und beherbergt Maschinenhalle, Pflanzenschutzlager, Düngelager und Werkstatt, die vorher ebenfalls im Torhaus untergebracht waren. Ein neuer Waschplatz mit Waage vervollständigt das Ensemble – „alles wie in einem neu angesiedelten Betrieb“, so Graf zu Rantzau. Ein nicht unwesentliches Detail im Zuge der Auslagerung: Die Tordurchfahrt, vorher Lkw-tauglich groß, konnte nun zu einem architektonisch stimmigen Rundbogen zurückgebaut werden.
Im Mai 2010 wurde im Nordflügel der erste Trakt des Hotels eröffnet, ein Jahr später der zweite im Südflügel. 21 Zimmer – alle unterschiedlich gestaltet –, abteilbare Tagungsräume, Kaminzimmer mit angeschlossener Küche und Saunabereich stehen für die Gäste bereit. „Das Hotel wird gut angenommen, es gibt schon Wiederholer“, freut sich Graf zu Rantzau, und seine Ehefrau Antje fügt hinzu: „Die Gäste nehmen viel Anteil an der Gestaltung der alten Bausubstanz mit viel altem Holz.“ Elf Handwerker wurden in der Umbauzeit beschäftigt, fünf sollen für weitere Maßnahmen behalten werden: „Es ist wie in alten Tagen, die letzten Handwerker hatten in den 1960er Jahren den Hof verlassen.“ Ansonsten sind ein Verwalter, ein Landarbeiter und zwei landwirtschaftliche Lehrlinge beschäftigt, im Hotel eine Leiterin, eine Angestellte und eine Auszubildende, bei Bedarf wird mit Aushilfen aufgestockt.
„Der Umbau zum Hotel war die Rettung des Gebäudes, es hätte keine andere Nutzung gegeben“, erklärt der Graf und betont, dass das Torhaus erst durch die Restaurierung unter Denkmalschutz gefallen ist. Vorher hätte es abgerissen werden dürfen. Die Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde wird sehr gelobt.


Landwirtschaft als Rückgrat

Nach wie vor ist aber die Landwirtschaft das Rückgrat des Gesamtbetriebes. „Ein neues Hotel kann sich nicht gleich selbst tragen, das muss einige Jahre angeschoben werden“, sagt Graf zu Rantzau, „das ist nicht wie bei einer Biogas- oder Windkraftanlage, wo man den Schlüssel rumdreht, und es läuft.“ Dies beides hat er auch tatsächlich nicht auf seinen Flächen. Die umfassen insgesamt knapp 1.100 ha: 520 ha Acker mit Raps, Weizen, Gerste – Zuckerrüben wurden wieder abgeschafft –, ferner 365 ha Forst, 100 ha Anteil am 380 ha großen Warder See, 70 ha Grünland, der Rest Wege, Gärten und Landschaftselemente. Hans-Caspar Graf zu Rantzau ist Vorsitzender des Verbandes der privaten Waldbesitzer und hat den Forstberatungsring mitgegründet. „Der Wald wird oft nicht ernst genommen. Bei uns hingegen trägt er regelmäßig zum wirtschaftlichen Erfolg bei“, sagt er. Seit einem Jahr ist die Verpachtung der Fischerei abgelaufen und wieder in seinen Händen, was ihm sehr viel Freude bereitet.
„Wir sind kein Großbetrieb mehr“, betont der Graf, „und wir haben keine Möglichkeit zu wachsen, das lassen die Marktsituation und die Bodenpreise nicht zu.“ Das Gut hatte einmal 3.500 ha, 1932 schrumpfte es auf 2.500 ha und nach dem Zweiten Weltkrieg auf die heutige Größe. Dies zu erklären, erfordert einen Ausflug in die Geschichte.


„Uns Mutter Gräfin“

Pronstorf ist seit jeher geprägt durch die Kirche, 1198 durch Papst Innozenz III. beurkundet. Das Land gehörte zu Wagrien, lag auf der Außenseite des Limes Saxoniae, der nicht weit von dort verläuft. Die alte Holsteiner Familie von Buchwaldt ist seit 1305 in Pronstorf nachweisbar. Hans-Caspar Graf zu Rantzau vermutet, dass sie aber schon an der Gründung der Kirche beteiligt war.
Das Herrenhaus ließ 1728 Joachim von Buchwaldt im Barockstil bauen, der Architekt ist nicht bekannt. Das Portal von Architekt Peter Richter (1780) und die Innenräume sind klassizistisch. 1780 entstand unter Caspar von Buchwaldt auch das „Kavalierhaus“ links neben dem Herrenhaus.
Im Grunde besitzt diese Familie heute noch das Gut, denn Hans-Caspars Urgroßmutter war eine geborene von Buchwaldt. Sie war es auch, die 1914 das Torhaus errichten ließ, nachdem das vorherige völlig abgebrannt war. Auf dem First stehen ihre Initialen F A G Z R G V B – Frau Adelheid Gräfin zu Rantzau, geborene von Buchwaldt. Sie hatte 1887 Otto Graf zu Rantzau geheiratet. Nach dessen Tod 1912 nahm sie die Geschicke selbstbewusst in die Hand und entfaltete auch sonst eine rege Bautätigkeit im Ort, wo sie respektvoll „uns Mutter Gräfin“ genannt wurde.Ottos Vater Kuno hatte seine Güter Rohlstorf und Breitenburg hoch verschuldet. Er hatte sich in der Salinenwirtschaft verkalkuliert, der die Zollunion das Geschäft verdarb, hatte ein Freikorps zur schleswig-holsteinischen Erhebung 1848 aufgestellt und zwei Schiffe für Aussiedler nach Neuseeland ausgestattet. Außerdem wies er die Freier seiner fünf Töchter ab, die ihm somit auf der Tasche lagen. Adelheid soll ihrem Mann geboten haben: „Es geht kein Geld von Pronstorf nach Rohlstorf.“ Unter diesen Umständen versteht es sich, dass in Pronstorf alles, auch der Neubau des Torhauses, den wirtschaftlichen und damit praktischen Erfordernissen unterworfen wurde.


Folgen der Erbschaft

Doch auch Adelheids eigene Pläne sollten unglücklich verlaufen. Das gemeinsame Testament mit Otto sah den Fideikommiss vor: nur ein Nachfolger, der das Gut zusammenhalten konnte. Dieses Recht wurde nach dem Fall der Monarchie jedoch nicht mehr angewendet, es trat die gesetzliche Erbfolge ein. Um nach Adelheids Tod 1932 die fünf Kinder abzufinden, wurden 1.000 ha verkauft – darunter Strenglin, Goldenbek, Diekhof – und der Rest mit hohen Hypotheken belegt, „die mein Vater bis Ende der 1970er Jahre abgestottert hat“, so Graf zu Rantzau. Nur eine ledige Tochter Ottos und Adelheids hatte auf das Erbe verzichtet und wohnte im Kavaliershaus, das während dieser Zeit „Comtesshaus“ hieß. Weitere Flächen gingen dem Gut dann im Zuge der Bodenreform nach dem Zweiten Weltkrieg verloren.
Heute leben im Herrenhaus Hans-Caspars Mutter Heloise Gräfin zu Rantzau und eine seiner Schwestern. Das Kavalierhaus bewohnt die junge Familie zu Rantzau mit Tochter Anna (5), dort ist auch das Kontor untergebracht. Sowohl Herrenhaus wie Kavalierhaus waren umfangreich renoviert worden – jeweils anlässlich der Hochzeiten der beiden Schwestern von Hans-Caspar sowie seiner eigenen Hochzeit.Tonio Keller

► Für einen Abend Fernsehköchin (November 2011)

(Lübecker Nachrichten, 9. November 2011)

Drei Gänge à la Antje Gräfin zu Rantzau

Im ersten Teil der NDR-Serie „Von und zu lecker“ kommen heute Abend fünf adelige Damen zum Gut Pronstorf.

PRONSTORF Kochen für Sechs ist für Antje Gräfin zu Rantzau eigentlich kein Problem. Aber ein Drei-Gänge-Menü für fünf adelige Gäste zu zaubern, wenn ein Kamerateam in der Küche herumwirbelt, war dann doch eine Herausforderung. „Alles musste mindestens zwei Mal gedreht werden“, sagt Antje zu Rantzau. Das Ergebnis ist heute Abend als Auftakt der Serie „Von und zu lecker“ ab 21 Uhr im NDR-Fernsehen zu sehen.

Ihre Gäste, fünf adelige Damen, kannte die Gräfin vorher nicht, ebenso wenig wie deren kulinarische Vorlieben. „Als erstes habe ich gefragt, ob eine Vegetarierin dabei ist“, erinnert sie sich. Nachdem das ausgeschlossen wurde, habe sie sich bei einem Kurzurlaub in Tirol das Menü überlegt. „Das hat Spaß gemacht“, sagt sie.

Antje Gräfin zu Rantzau
Fast täglich kocht Antje Gräfin zu Rantzau für die Familie,
doch am liebsten tischt sie festlich auf. Foto: Materne


Das festliche Kochen komme bei der Arbeit auf dem Gut, mit Hotel und den Veranstaltungen, oft zu kurz. Beim Menü ließ sich Antje zu Rantzau vom Gut Pronstorf inspirieren. Als Vorspeise fiel die Wahl auf Wildcarpaccio mit Sauerampfer-Rucola-Salat. „Wild, das passt zu uns, unser Wild wird auch auf dem Weihnachtsmarkt vermarktet.“ Und da seit Januar die Fischerei wieder in Eigenregie in Betrieb genommen wurde, kam der Zander mit Bärlauch-Rucola-Pesto an Kräuterzabaione und Graupenrisotto auf die Karte. Tückisch, denn: „Als ich das Menü im Sommer zusammengestellt hatte, habe ich gar nicht daran gedacht, dass es im September, wenn die Folge gedreht wird, keinen Bärlauch mehr gibt“, erinnert sie sich. Am Ende musste getrockneter Bärlauch ausreichen. Auch beim Fisch musste die Gräfin improvisieren: Ehemann Hans Caspar fischte statt des Zanders einen 15-Kilo-Karpfen aus dem Wardersee. Glücklicherweise konnte der Nachbarfischer aushelfen: „Wenn auf der Karte Zander steht, muss es auch Zander sein.“ Zum Nachtisch gab es zu Rantzaus Lieblingsspeise Crème Brûlée.

Bis auf das Dessert ist das kein Menü, das die Gräfin häufig zubereitet. Vor der Kamera zu kochen, habe nichts mit normalem Kochen zu tun, da jeder Schritt mehrmals gedreht werden müsse. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so stressig wird“, gibt sie zu. Ihren Mitstreiterinnen konnte sie bei den Gegenbesuchen während der vergangenen Wochen dafür Tipps geben. Die Erfahrung habe sie jedoch genossen, nicht nur das Kochen, auch die Besuche bei den Frauen: „Wir sind alles unterschiedliche Typen mit ganz verschiedenen Hintergründen“, sagt Antje zu Rantzau.

Maria vom Hove aus dem Münsterland beispielsweise sei Psychologin. „Mit ihrer Praxis führt sie ein ganz anderes Leben als wir“, bemerkte Antje zu Rantzau. Leonore Freifrau von Falkenhausen wiederum sei Sopranistin und Öne Freifrau von der Lancken Porzellankünstlerin in Lüneburg. Bei Tania von Schöning sieht sie die meisten Parallelen zu Pronstorf: Auch auf dem Rittergut Remeringhausen würden viele Festlichkeiten veranstaltet. Zum Schluss ging es zum Schloss Rheder von Gabriele Freifrau Spiegel von und zu Peckelsheim mit angeschlossener Brauerei. Doch wer am Ende zur adeligen Spitzenköchin gekrönt wird, erfährt der Zuschauer erst am 14. Dezember.

Nadine Materne

► Sternstunde des "fünften Stone" (1. September 2011)
Chuck Leavell in Konzert

Chuck Leavell und Band ließen beim Konzert vor 600 Gästen auf Gut Pronstorf erstaunlich viel Jazz hören.

(Kieler Nachrichten, 1. September 2011)

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► Frauen und ihre Schlösser (März 2011)

Jeanette Gräfin Beissel von Gymnich (Text),
Stefan Schaal (Fotografien)

Frauen und ihre Schlösser
Mehr als Glanz und Gloria

Gebunden, 192 Seiten mit 100 farbigen Abbildungen
Preis € 29,95 [D] / 30,80 [A] / sFr 43,50
ISBN 978-3-86873-252-8, Erscheinungstermin 3. März 2011

Hinter der Fassade repräsentativer Schlossanlagen hat die moderne Welt längst Einzug gehalten. Moderne Geschäftsideen sind notwendig, um den Erhalt der prachtvollen Interieurs und weitläufigen Gartenanlagen zu sichern. 19 Frauen mit ganz unterschiedlichen und höchst ungewöhnlichen Lebensläufen schildern, wie sie mit Mut und Energie, mit kreativen Ideen und unternehmerischem Talent erreicht haben, den Glanz vergangener Tage in moderner Form wieder erstehen zu lassen. Diese Frauen öffnen uns die Türen zu ihren Privaträumen und lassen uns teilhaben an ihrem Lebensstil, der traditionelle Werte mit Fortschrittsgedanken auf originelle Weise verbindet. Im historischen Erbe und der Pflege überkommener Werte haben sie die Basis gelegt für ein neues weibliches Selbstbewusstsein und die Entwicklung zukunftsweisender ökonomischer Modelle.

Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich verbrachte ihre Kinder- und Jugendjahre als Tochter eines Diplomaten in Europa und Südamerika. Es folgten ein Studium in den USA und in Frankreich. Seit ihrer Heirat mit Franz Josef Graf Beissel von Gymnich 1988 lebt sie auf Burg Satzvey bei Köln, kümmert sich um das große Veranstaltungsprogramm und wirbt in Publikationen für das Ansehen historischer Denkmäler.

Stefan Schaal arbeitet nach einem Studium der Molekularbiologie und langjähriger Tätigkeit als Unternehmensberater als Fotograf mit den Schwerpunkten Corporate-, Porträt- und Fashion-Fotografie.

Gerne senden wir Ihnen digitale Pressebilder oder vorab die Pressebildübersicht. Im Rahmen einer Rezension sind das Cover und bis zu drei Abbildungen freigegeben.

Knesebeck Verlag Presse: Jule Menig, Holzstraße 26, D – 80469 München
Tel: 089-260 235 34 Fax: 089-26 92 58 E-Mail: jmenig@knesebeck-verlag.de

► Ländlicher Speicherplatz (Februar 2011)

Reportage in "Wohnen Träume"

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► Eine Welt für sich (Dezember 2010)

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► Pure Landlust (November 2010)

Reportage in "Hotel Superior"

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► Ein gräfliches Gut soll überdauern (Oktober 2010)

Artikel im HH Abendblatt von Helge Sobik

Kleine Fluchten:
Das Hotel "Pronstorfer Torhaus" auf Gut Pronstorf bei Bad Segeberg folgt keinem Trend

Für den Weckruf ist Heinrich zuständig. Er meldet sich bei Sonnenaufgang zuverlässig und unaufgefordert, und tat es in seinen Dienstjahren vor der Hotel-Eröffnung nicht anders. Er will damit ein bisschen Eindruck schinden - nicht vorrangig bei den Menschen, sondern bei seinem Team: damit die elf Hennen unter seiner Fuchtel genügend Frühstückseier für die Gäste der zehn Zimmer im neuen Hotel "Pronstorfer Torhaus" auf Gut Pronstorf am Wardersee legen. Nicht dass Hahn Heinrich stört. Man hört ihn nur, wenn das Zimmerfenster geöffnet ist. Außerdem gehört er hierher, passt perfekt ins Gutshof-Ambiente.

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Erst vor drei Jahren hat die Grafen-Familie zu Rantzau entschieden, dem landwirtschaftlich genutzten Gut sein altes Gesicht wiederzugeben. Stallgebäude aus der Nachkriegszeit wurden entfernt, versiegelte Flächen aufgebrochen. Wo Beton war, wurde Rasen gesät, und wo Asphalt war, wurde Kopfsteinpflaster gelegt.

Die Landwirtschaft wurde aus dem eigentlichen Gutshofbereich in eine Feldscheune ausgelagert, das 70 Meter lange und 20 Meter breite Torhaus nun binnen zweijähriger Bauzeit in ein außerordentlich schönes Hotel voller Geschmack verwandelt: eine Idee, für die anfangs sehr viel Fantasie notwendig gewesen sein muss.

Denn es hat enormen Aufwand erfordert, sämtliche Silo-Einbauten aus dem als Getreidespeicher und Pferdestall genutzten Gebäude zu entfernen und Zwischenböden zu beseitigen, dann in das Dach unter Einhaltung der Denkmalschutz-Vorschriften Gauben einzusetzen. Geschosshöhen waren neu festzusetzen und Decken zu ziehen. Zum Einsatz kamen dabei aufgearbeitete alte Balken und neue aus eigenem Holz, das durchweg aus den gräflichen Wäldern der Umgebung stammt. Für die Fenster wurde Eiche verarbeitet, für die Fußböden gebleichte Lärche.

"Wäre ich hier nicht schon zu Hause, ich würde glatt einziehen wollen", freut sich Hans-Caspar Graf zu Rantzau jetzt, der den Umbau gemeinsam mit seiner Frau Antje überwacht und fast im Tagesrhythmus neue Ideen eingebracht hat. "Das war unser Vorteil", sagt er im Rückblick. "Wir konnten immer sofort entscheiden, Pläne abändern, Details verbessern, in einigen Zimmern mit immenser Deckenhöhe zum Beispiel Emporen einbauen und die Betten dorthin verlegen."

Heute gleicht kein Zimmer dem anderen. Gemeinsam haben sie mit Blick fürs Detail gestaltet und eingerichtet - stilvoll und zugleich bodenständig, mit Klasse, aber ohne auch nur im Ansatz steif oder ungemütlich zu sein. Es sind Wohlfühlzimmer geworden, in denen man sich gerne aufhalten mag. Zuständig dafür war Antje zu Rantzau, die Wandfarben und Dekor ausgesucht hat und bis nach Spanien reiste, um die passenden Fliesen für die Bäder zu finden. "Wir wollen mit diesem Hotel in all seinen Details keinem Trend folgen. Modeerscheinungen gehen an uns vorbei, das hier soll überdauern", erklärt Hans-Caspar zu Rantzau. Vorausgegangen waren gemeinsame Recherchereisen der beiden Rantzaus kreuz und quer vor allem durch Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark, um Anregungen für das Hotelprojekt zu sammeln.

Mit der ganzen Familie haben sie dann zunächst den Dachboden des barocken Herrenhauses von 1728 durchstöbert und alles an Mobiliar in eine Scheune geschleppt, was dort oben zum Teil vor Generationen eingelagert worden war. Was immer zu retten war, wurde nun in der Tischlerei des Guts in zum Teil mühseliger Kleinarbeit restauriert. Sessel und Sofas wurden neu bezogen - und schmücken nun in einer Mischung aus alt und neu ergänzt um stilvolle Stücke aus Frankreich und Belgien die Zimmer und Aufenthaltsräume des kleinen Hotels. Eröffnung feierte das Haus am 8. Mai 2010. Bis Jahresende kommen Sauna- und Seminarbereich hinzu.

Und ab nächstem Frühjahr wird Hahn Heinrich noch mehr Hennen zu kommandieren haben, weil mehr Eier gebraucht werden. Denn zu den zehn Zimmern werden bis dahin noch elf weitere in der anderen Hälfte des riesigen Torhauses hinzugekommen sein - auch diese bestückt mit aufgearbeiteten Möbel-Schmuckstücken aus dem gräflichen Fundus.

Der Markt dafür ist da: Im Umkreis von 20 Kilometer Luftlinie befinden sich sechs, im 30-km-Radius sogar zwölf Golfplätze. Der Platz in Wensin ist acht Kilometer entfernt. Zudem ist das Gut seit Jahren Spielstätte des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, und an den Adventswochenenden ist die "Pronstorfer Weihnacht" bereits Institution.

 

► Singer an Quartett (Juli 2010)

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► Traumhafte Nächte im Pronstorfer Torhaus (Mai 2010)

Artikel in "Welt am Sonntag"

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